Jucken, Brennen, ungewöhnlicher Ausfluss, unangenehmer Geruch oder immer wiederkehrende Beschwerden im Intimbereich können sehr unterschiedliche Ursachen haben.
Neben Scheidenpilz und bakterieller Vaginose kommen Veränderungen der Vaginalflora, sexuell übertragbare Infektionen und weitere gynäkologische Erkrankungen infrage. Entscheidend ist deshalb, Beschwerden und Untersuchungsergebnisse richtig einzuordnen und eine Behandlung gezielt nach der tatsächlichen Ursache auszurichten.
Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über häufige gynäkologische Infektionen und Beschwerdebilder sowie Informationen zu Diagnostik und Behandlung.
Sie leiden unter wiederkehrenden oder bisher unklaren Vaginalbeschwerden?
Scheidenpilz · Bakterielle Vaginose · Veränderungen der Vaginalflora · Jucken & Brennen · Ungewöhnlicher Ausfluss
Chlamydien · Herpes genitalis · HPV · Feigwarzen (Condylome) · Gonorrhoe
Akuter Harnwegsinfekt · Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
Gruppe-B-Streptokokken · Infektionen in der Schwangerschaft
Jucken, Brennen, veränderter Ausfluss oder unangenehmer Geruch gehören zu den häufigsten Beschwerden im Intimbereich. Die Symptome können sich sehr ähnlich anfühlen, obwohl ganz unterschiedliche Ursachen dahinterstecken.
Häufig kommen beispielsweise Scheidenpilz (Candida), eine bakterielle Vaginose oder andere Veränderungen der Vaginalflora infrage. Es gibt jedoch auch Beschwerden, die nicht durch eine Infektion verursacht werden.
Die Scheide ist natürlicherweise von zahlreichen Mikroorganismen besiedelt. Der Nachweis eines Bakteriums oder Pilzes in einer Kultur bedeutet deshalb nicht automatisch, dass dieser Keim eine Erkrankung verursacht und behandelt werden muss.
Entscheidend ist vielmehr, ob der Befund zu den Beschwerden, zur gynäkologischen Untersuchung und zur Zusammensetzung der Vaginalflora passt.
Eine wichtige Rolle kann dabei die mikroskopische Untersuchung des Vaginalsekrets spielen. Je nach Beschwerden und Befund können ergänzend gezielte Laboruntersuchungen sinnvoll sein.
Scheidenpilz gehört zu den häufigsten Ursachen für Jucken und Brennen im Intimbereich. Typisch können außerdem Rötung, Schmerzen und ein veränderter Ausfluss sein.
Besonders bei wiederkehrenden Pilzinfektionen ist eine genaue Diagnostik wichtig. Nicht jedes Jucken ist ein Scheidenpilz und nicht jeder Nachweis von Candida bedeutet automatisch, dass die Beschwerden dadurch verursacht werden.
Bei rezidivierenden oder komplizierten Infektionen kann außerdem die Bestimmung der Candida-Art für die weitere Behandlung relevant sein.
Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang und Schmerzen im Unterbauch sind typische Beschwerden einer akuten Blasenentzündung. Antibiotika wirken zuverlässig und führen meist zu einer rascheren Besserung – bei einer unkomplizierten Blasenentzündung sind sie jedoch nicht in jedem Fall zwingend erforderlich.
Mehrere randomisierte Studien haben untersucht, ob bei ansonsten gesunden, nicht schwangeren Frauen mit unkomplizierter Blasenentzündung zunächst auf Antibiotika verzichtet werden kann.
Die Ergebnisse zeigen: Ein erheblicher Teil der Patientinnen wird auch ohne Antibiotikum wieder beschwerdefrei. Je nach untersuchter Behandlungsstrategie konnte bei mehr als der Hälfte bis hin zu einer großen Mehrheit der Frauen auf eine antibiotische Therapie verzichtet werden.
Der Preis dafür kann eine etwas längere Beschwerdedauer sein. Bei einer rein symptomatischen Behandlung mit entzündungshemmenden Schmerzmitteln wurde in einigen Studien außerdem ein erhöhtes Risiko für eine aufsteigende Infektion der Nieren beobachtet.
Die Entscheidung lautet deshalb nicht einfach „Antibiotikum – ja oder nein?“. Entscheidend ist, welche Patientin für ein zunächst nicht-antibiotisches Vorgehen geeignet ist und wann eine antibiotische Behandlung notwendig oder sinnvoller ist.
Bei milden bis mäßigen Beschwerden und fehlenden Risikofaktoren kann nach ärztlicher Beurteilung ein zunächst nicht-antibiotisches Vorgehen erwogen werden.
Bei Fieber, Schüttelfrost, Flanken- oder Nierenschmerzen, deutlichem Krankheitsgefühl oder einer Verschlechterung ist hingegen eine rasche ärztliche Abklärung erforderlich. Auch für Schwangere und komplizierte Harnwegsinfektionen gelten andere Empfehlungen.
Fazit: Eine unkomplizierte Blasenentzündung bedeutet nicht automatisch Antibiotika. Eine individuell abgestimmte Behandlung kann helfen, unnötige Antibiotikatherapien zu vermeiden.
Herpes genitalis wird durch Herpes-simplex-Viren verursacht und kann schmerzhafte Bläschen, kleine Hautdefekte, Brennen und Schmerzen im Genitalbereich verursachen.
Nach der Erstinfektion verbleibt das Virus im Körper und kann später erneut aktiv werden. Eine frühzeitig begonnene antivirale Behandlung kann Beschwerden und Krankheitsdauer reduzieren. Bei häufig wiederkehrenden Herpesepisoden kann auch eine längerfristige vorbeugende Therapie sinnvoll sein.
Besonders wichtig ist eine individuelle Beratung bei Herpes genitalis in der Schwangerschaft.
Gruppe-B-Streptokokken können bei gesunden Frauen Darm und Scheide besiedeln, ohne Beschwerden zu verursachen. Ein positiver GBS-Abstrich bedeutet daher in der Regel keine behandlungsbedürftige vaginale Infektion.
Bedeutung haben GBS vor allem für das Neugeborene, da die Bakterien während der Geburt übertragen werden und in seltenen Fällen eine schwere Infektion verursachen können.
Eine bloße Besiedelung der Scheide wird während der Schwangerschaft normalerweise nicht vorsorglich „saniert“. Entscheidend ist vielmehr, ob eine Antibiotikaprophylaxe während der Geburt erforderlich ist.
Ein positiver GBS-Befund bedeutet nicht, dass die Mutter krank ist oder das Kind zwangsläufig infiziert wird.
Chlamydien (Chlamydia trachomatis) gehören zu den häufigsten sexuell übertragenen bakteriellen Infektionen. Viele betroffene Frauen haben keine oder nur geringe Beschwerden.
Mögliche Symptome sind vermehrter Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, Zwischen- oder Kontaktblutungen sowie Unterbauchschmerzen.
Unbehandelt kann die Infektion in Gebärmutter und Eileiter aufsteigen und eine Entzündung des kleinen Beckens (PID) verursachen. Dadurch können langfristig auch Fruchtbarkeit und Eileiterfunktion beeinträchtigt werden.
Der Nachweis erfolgt in der Regel mittels NAAT/PCR. Eine diagnostizierte Chlamydieninfektion lässt sich mit Antibiotika gut behandeln. Wichtig sind außerdem Partnermanagement und Schutz vor einer erneuten Übertragung.
Humane Papillomaviren gehören zu den häufigsten sexuell übertragenen Viren. Die meisten HPV-Infektionen bleiben unbemerkt und werden vom Immunsystem wieder kontrolliert.
Bestimmte High-Risk-HPV-Typenkönnen jedoch über längere Zeit bestehen bleiben und Zellveränderungen am Gebärmutterhals verursachen.
Ein positiver HPV-Test bedeutet dabei nicht, dass Krebs vorliegt oder zwangsläufig entstehen wird.
Die HPV-Impfung schützt vor den wichtigsten HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs und weitere HPV-bedingte Erkrankungen verursachen können.
Der beste Zeitpunkt für die Impfung liegt vor den ersten sexuellen Kontakten. Aber auch für bereits sexuell aktive Frauen und Männer kann eine Impfung sinnvoll sein.
Eine bereits bestehende HPV-Infektion wird durch die Impfung nicht behandelt.
Feigwarzen oder Condylomata acuminata sind gutartige Veränderungen im Genital- oder Analbereich, die meist durch sogenannte Low-Risk-HPV-Typen verursacht werden.
Sie sind von den High-Risk-HPV-Typen zu unterscheiden, die für die Entstehung von Krebsvorstufen von Bedeutung sind.
Zur Behandlung stehen je nach Größe, Anzahl und Lokalisation verschiedene medikamentöse und ärztliche Verfahren zur Verfügung. Auch nach erfolgreicher Entfernung können Condylome erneut auftreten.
Wichtig: Feigwarzen bedeuten nicht, dass Krebs vorliegt.
Die Gonorrhoe ist eine sexuell übertragbare bakterielle Infektion durch Neisseria gonorrhoeae. Bei Frauen kann sie ohne eindeutige Beschwerdenverlaufen.
Möglich sind vermehrter Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, Zwischen- oder Kontaktblutungen sowie Unterbauchschmerzen.
Unbehandelt kann die Infektion aufsteigen und eine Entzündung des kleinen Beckens verursachen. Der Nachweis erfolgt meist mittels NAAT/PCR; zusätzlich kann eine Kultur mit Resistenzbestimmung wichtig sein.
Eine nachgewiesene Gonorrhoe wird antibiotisch behandelt. Auch Sexualpartner sollten entsprechend abgeklärt beziehungsweise behandelt werden.
Die HPV-Impfung schützt vor den wichtigsten HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs und weitere HPV-bedingte Erkrankungen verursachen können.
Der beste Zeitpunkt für die Impfung liegt vor den ersten sexuellen Kontakten. Aber auch für bereits sexuell aktive Frauen und Männer kann eine Impfung sinnvoll sein.
Eine bereits bestehende HPV-Infektion wird durch die Impfung nicht behandelt.
Wiederkehrendes Jucken, Brennen, Ausfluss oder wiederholte vermeintliche Scheideninfektionen können besonders belastend sein. Gerade dann ist es wichtig, nicht immer wieder auf Verdacht dieselbe Behandlung zu wiederholen, sondern die Ursache möglichst genau zu klären.
Bei GYNINFEKT liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Diagnostik wiederkehrender und unklarer Vaginalbeschwerden. Dazu können – abhängig von der individuellen Situation – gynäkologische Untersuchung, vaginaler pH-Wert, Mikroskopie des Vaginalsekrets und gezielte Laboruntersuchungen gehören.