Die HPV-Impfung gehört zu den wirksamsten Maßnahmen zur Vorbeugung bestimmter Krebserkrankungen. Sie schützt vor jenen Humanen Papillomaviren (HPV), die einen Großteil der Fälle von Gebärmutterhalskrebs, zahlreiche Krebsvorstufen und Genitalwarzen verursachen. Auch das Risiko HPV-bedingter Krebserkrankungen im Mund-Rachen-Raum sowie im Anal- und Genitalbereich kann durch die Impfung reduziert werden.
Die HPV-Impfung ist nicht nur für Mädchen und junge Frauen wichtig, sondern ebenso für Buben und Männer. Sie wird idealerweise bereits ab dem 9. Lebensjahr durchgeführt. Auch nach Beginn der sexuellen Aktivität und im Erwachsenenalter – insbesondere bis zum 45. Lebensjahr – kann eine Impfung sinnvoll sein.
Der Neunfachimpfstoff Gardasil 9 schützt gegen HPV-Typen, die für etwa 90 % der Gebärmutterhalskrebserkrankungen verantwortlich sind.
Die Impfung schützt auch gegen die HPV-Typen 6 und 11, die den überwiegenden Anteil der Kondylome verursachen.
Beide Geschlechter profitieren von der Impfung.
HPV-assoziierte Karzinome des Mund-Rachen-Raums treten bei Männern etwa fünfmal häufiger auf als bei Frauen.
Auch zwischen 30 und 45 Jahren kann eine HPV-Impfung nach individueller ärztlicher Beratung sinnvoll sein.
Eine Impfung kann weiterhin empfohlen sein.
Die HPV-Impfung ersetzt nicht die gynäkologische Krebsfrüherkennung.
Humane Papillomaviren sind eine große Gruppe weit verbreiteter Viren, die Haut und Schleimhäute infizieren können. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch intime Haut- und Schleimhautkontakte, insbesondere beim Geschlechtsverkehr und Oralverkehr.
Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mindestens einmal mit HPV. Eine Infektion verursacht häufig keine Beschwerden und wird vom Immunsystem meist innerhalb von ein bis zwei Jahren kontrolliert.
Entscheidend für die Entstehung von Krebsvorstufen und Krebs ist vor allem eine über längere Zeit bestehende Infektion mit einem Hochrisiko-HPV-Typ.
Man unterscheidet grundsätzlich zwei Gruppen
Zwischen einer anhaltenden HPV-Infektion und der Entwicklung eines invasiven Karzinoms vergehen häufig viele Jahre. Deshalb sind sowohl die HPV-Impfung als auch die regelmäßige Vorsorge von großer Bedeutung.
HPV ist nicht ausschließlich ein gynäkologisches Problem. Bestimmte Virustypen können bei Frauen und Männern unterschiedliche Erkrankungen verursachen.
Zu den wichtigsten HPV-assoziierten Erkrankungen zählen:
Fast alle Gebärmutterhalskrebserkrankungen stehen mit einer anhaltenden Infektion durch Hochrisiko-HPV in Zusammenhang.
Die HPV-Impfung setzt deshalb bereits bei der Ursache vieler dieser Erkrankungen an: Sie verhindert Infektionen mit den im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen und reduziert dadurch das Risiko späterer Krebsvorstufen und Krebserkrankungen.
Die HPV-Impfung wird häufig noch immer hauptsächlich mit Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht. Tatsächlich ist sie jedoch auch für die Gesundheit von Männern von großer Bedeutung.
Männer haben ein etwa fünfmal höheres Risiko als Frauen, an einem HPV-assoziierten Karzinom des Mund-Rachen-Raums zu erkranken.
Aktuelle amerikanische Krebsregisterdaten zeigen eine jährliche Erkrankungsrate von rund 9,2 pro 100.000 Männern gegenüber 1,7 pro 100.000 Frauen. Besonders betroffen sind der Bereich der Gaumenmandeln und der Zungengrund.
Damit zählen HPV-bedingte Oropharynxkarzinome zu den wichtigsten durch HPV verursachten Krebserkrankungen bei Männern.
Auch Genitalwarzen, Analkarzinome und ein Teil der Peniskarzinome stehen mit HPV-Infektionen in Zusammenhang.
Die Impfung von Buben und Männern dient daher nicht nur dem Schutz ihrer Sexualpartnerinnen, sondern vor allem auch ihrem eigenen Schutz vor HPV-bedingten Erkrankungen.
Eine konsequente HPV-Impfung beider Geschlechter kann zudem die Verbreitung der entsprechenden Virustypen in der Bevölkerung reduzieren.
Ja. Auch im Erwachsenenalter kann die HPV-Impfung einen wichtigen vorbeugenden Nutzen haben.
Der größte Impferfolg wird erreicht, wenn die Impfung bereits vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgt. Daraus darf jedoch nicht geschlossen werden, dass sie nach Beginn der sexuellen Aktivität oder ab einem bestimmten Erwachsenenalter grundsätzlich wirkungslos wäre.
Die meisten Menschen waren im Laufe ihres Lebens nicht mit allen neun HPV-Typen infiziert, gegen die der moderne Impfstoff schützt.
Auch nach einer bereits durchgemachten HPV-Infektion kann die Impfung deshalb vor zukünftigen Infektionen mit weiteren, vom Impfstoff erfassten HPV-Typen schützen.
Internationale Studien haben die Wirksamkeit und Sicherheit der HPV-Impfung auch bei Erwachsenen untersucht. In den USA ist eine HPV-Impfung für bisher nicht ausreichend geimpfte Frauen und Männer zwischen 27 und 45 Jahren nach individueller ärztlicher Entscheidung vorgesehen.
In Österreich wird die HPV-Impfung allgemein als Nachholimpfung bis zum 30. Geburtstag empfohlen. Nach dem 30. Geburtstag kann sie weiterhin sinnvoll sein, insbesondere bei:
Der persönliche Nutzen hängt unter anderem vom bisherigen HPV-Kontakt, dem zukünftigen Infektionsrisiko und dem individuellen Gesundheitszustand ab.
Unsere Empfehlung: Auch Frauen und Männer zwischen 30 und 45 Jahren sollten die Möglichkeit einer HPV-Impfung nicht grundsätzlich ausschließen, sondern individuell ärztlich besprechen.
Die Impfung kann neue Infektionen verhindern, eine bereits bestehende HPV-Infektion jedoch nicht behandeln.
In Österreich wird der Neunfachimpfstoff Gardasil 9 verwendet.
Er schützt vor neun HPV-Typen:
HPV 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58.
Die sieben enthaltenen Hochrisiko-Typen sind für etwa 90 % der Gebärmutterhalskrebserkrankungen verantwortlich. Die beiden Niedrigrisiko-Typen HPV 6 und 11 verursachen rund 90 % der Genitalwarzen.
Der Impfstoff enthält keine vermehrungsfähigen Viren und kann daher keine HPV-Infektion auslösen.
Die HPV-Impfung ist eine vorbeugende Impfung. Sie beseitigt weder bereits vorhandene Viren noch behandelt sie bestehende Kondylome oder Krebsvorstufen.
Die HPV-Impfung wird in Österreich für Mädchen und Buben ab dem 9. Geburtstag empfohlen, vorzugsweise im Alter zwischen 9 und 11 Jahren.
Für ungeimpfte Jugendliche und junge Erwachsene wird die Nachholimpfung allgemein bis zum 30. Geburtstag empfohlen.
Im öffentlichen Impfprogramm ist die HPV-Impfung derzeit für Personen vom 9. bis zum 21. Geburtstag kostenlos.
Die zeitlich befristete kostenlose Nachholimpfaktion für Personen vom 21. bis zum 30. Geburtstag ist 2026 ausgelaufen.
Für ältere Personen ist die Impfung grundsätzlich kostenpflichtig. Die aktuellen Kosten und die Verfügbarkeit können im Rahmen der Terminvereinbarung erfragt werden.
Nach dem österreichischen Impfplan werden für immunkompetente Personen grundsätzlich folgende Impfschemata empfohlen:
Bis zum 30. Geburtstag: Zwei Impfungen im Abstand von 6 bis 12 Monaten.
Ab dem 30. Geburtstag: Drei Impfungen. Die zweite Impfung erfolgt nach 1 bis 2 Monaten, die dritte 6 bis 8 Monate nach der zweiten Impfung.
Bei Immunsuppression oder bestimmten Vorerkrankungen können andere Impfschemata erforderlich sein.
Nach einer vollständig abgeschlossenen Impfserie sind derzeit keine routinemäßigen Auffrischungsimpfungen vorgesehen.
Ein positiver HPV-Test bedeutet nicht, dass eine HPV-Impfung keinen Nutzen mehr hat.
Auch Frauen, bei denen bereits eine HPV-Infektion nachgewiesen wurde, können vor zukünftigen Infektionen mit weiteren HPV-Typen geschützt werden.
Besonders wichtig ist die Frage nach einer Impfung bei Frauen, die wegen höhergradiger Zellveränderungen am Gebärmutterhals behandelt wurden.
Nach einer Konisation, beispielsweise aufgrund einer CIN 2 oder CIN 3, kann eine ergänzende HPV-Impfung sinnvoll sein.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Impfung im Zusammenhang mit der operativen Behandlung höhergradiger Krebsvorstufen das Risiko erneuter Zellveränderungen reduzieren kann. Das Ausmaß des Nutzens variiert zwischen den Studien.
Die Impfung ersetzt allerdings weder die Behandlung bestehender Zellveränderungen noch die empfohlenen Nachkontrollen.
Die HPV-Impfung wurde in großen klinischen Studien untersucht und wird weltweit seit vielen Jahren eingesetzt.
Sie gilt als gut verträglich. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:
Schwere allergische Reaktionen sind sehr selten.
Die verfügbaren Sicherheitsdaten zeigen insgesamt ein günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis. Vor der Impfung werden mögliche Gegenanzeigen und besondere gesundheitliche Umstände berücksichtigt.
Nein. Die HPV-Impfung und die gynäkologische Krebsfrüherkennung ergänzen einander.
Auch nach einer vollständigen HPV-Impfung können Infektionen mit Virustypen auftreten, die nicht im Impfstoff enthalten sind.
Deshalb bleiben regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen mit den jeweils empfohlenen zytologischen Untersuchungen beziehungsweise HPV-Tests wichtig.
Die Kombination aus Impfung und Früherkennung bietet einen besonders wirksamen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs.
Ja. Ein positiver HPV-Test ist grundsätzlich kein Hindernis. Die Impfung kann vor zukünftigen Infektionen schützen, beseitigt jedoch keine bestehende Infektion.
Nein. Bestehende Kondylome müssen gegebenenfalls gesondert behandelt werden. Die Impfung dient der Vorbeugung weiterer Infektionen und HPV-bedingter Erkrankungen.
Langzeitstudien zeigen einen über viele Jahre anhaltenden Schutz. Eine routinemäßige Auffrischungsimpfung ist derzeit nicht vorgesehen.
Ja. Auch geimpfte Frauen sollten weiterhin an den empfohlenen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen.