Kinderwunsch

In unserer Praxis beraten wir viele Paare hinsichtlich Kinderwunsch. Grundsätzlich raten wir allen Paaren, bei denen die Frau jünger als 30 Jahre alt ist, zunächst einmal ohne Untersuchungen zum Erfolg zu kommen.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Kinderwunsch sind sehr unterschiedlich und vor allem sehr individuell.
Natürlich machen wir auch Kinderwunschbehandlungen. Wir sehen uns als Institution vor einem Kinderwunschinstitut.
Insemination beispielsweise machen wir nicht mehr, da Kinderwunschinstitute mit ihren Labors logistisch meist besser ausgerüstet sind.
Wir machen aber oft Follikelmonitoring nach Stimulationen mit Clomiphen, aber viel lieber so genannte Low-Dose Stimulationen mit rekombinanten FSH, das über einen Pen unter die Haut gespritzt wird. Damit lässt sich die Follikelreifung (Eizellreifung) wesentlich besser steuern. Laut Krankenkasse muss man aber vorher zumindest einen Zyklus mit Clomiphen durchgeführt werden.

Falls es nach einem Jahr noch nicht zu einer Schwangerschaft gekommen ist, empfehle ich ein gemeinsames Gespräch, bei dem folgende Bereiche besprochen werden:

 

Wir bieten in unserer Ordination ein 4-Stufen-Paket zur
Bestimmung der weiblichen Fertilität an:

Alle Untersuchungen sind innerhalb von 10 Tagen durchführbar.

 

Während der Menses (Tag 2 bis 4):

  1. Blutabnahme zur Bestimmung des Hormonstatus inklusive der so genannten ovariellen Reserve (Anti Müller Hormon)
  2. AFC, Antral Follikel Count – Bestimmung der Zahl der Follikel per Ultraschall während der Menses)
  3. Sekretabstrich zur Infektionsdiagnostik vor HyCoSy –

Nach Ende der Menses und vor dem 10. Zyklustag:

  1. HyCoSy – Tubendurchgängigkeitsprüfung ohne Strahlenbelastung mit 3D-Ultraschall.

Zur Erklärung der einzelnen Untersuchungen:

 

Hormonstatus:

Blutabnahme für Hormonstatus inklusive AMH

Am Beginn des Zyklus werden von uns einige Hormone (inkl. AMH – siehe unten), die wichtig für Kinderwunsch sind, bestimmt. Dieser Zeitpunkt ist auch ideal für die Bestimmung des antralen Follikelcounts (AFC). Diese Ultraschalluntersuchung führen wir selbstverständlich auch bei uns durch, da wir auch über ein Ultraschallgerät mit ehr hohe Bildauflösung verfügen.

„Ovarielle Reserve“:

Bei der Geburt hat ein Mädchen ein bis zwei Millionen Eizellen. Bei Pubertätsbeginn verbleiben noch immer 300.000 bis 500.00 Eizellen –  eine sehr hohe Zahl, die sich aber im Lauf der Jahre schnell reduziert, da pro Menstruationszyklus ca. 500 Eizellen „verbraucht“ werden.

Antral Follikel Count – Zählen der heranreifenden Eizellen mittels gut auflösendem Ultraschallgerät

Antral Follicle count: Die roten Pfeile zeigen auf die Follikel

Die Bestimmung der Zahl der Follikel per Ultraschall (AFC, Antral Follikel Count) kann Auskunft über die so genannte ovarielle Reserve geben. Der Test soll in der frühen follikulären Phase (zwischen dem 2. und 4. Tag der Regelblutung) durchgeführt werden. Über die Ultraschallsonde werden alle Follikel mit einer Größe zwischen 2 und 10 mm in beiden Eierstöcken gezählt. Liegt die gesamte Zahl unter 5, so ist das ein eindeutiger Hinweis für eine eingeschränkte ovarielle Reserve. Diese Untersuchung ist allerdings sehr abhängig vom Untersucher bzw. dem eingesetzten Ultraschallgerät.

Eine Studie zeigte, dass Frauen mit einem AFC von 13 bei der ovariellen Stimulation als „good responders“ einzustufen sind.

Anti-Müller- Hormon (AMH)

Die Konzentration des  Anti-Müller- Hormons (AMH) reflektiert die Größe der heranwachsenden  Follikeln. Das Hormon wird gebildet von den Granulosazellen der  Follikel. Die Serumkonzentration nimmt mit zunehmendem Alter der Frau ab. Zudem sind die Spiegel weitestgehend unabhängig von Zyklustag, der Einnahme der Pille und einer Schwangerschaft.

Spermienqualität:

50% der Fälle von unerfülltem Kinderwunsch beruhen auf einer zu schlechten Samenqualität. Ein Spermiogramm ist daher ein wesentlicher Bestandteil der Untersuchungen. Keine Angst! Diese Untersuchung tut nicht weh 😉

Zusammenfassend:

Ein niedriges AMH (< 1 ng/ml) oder ein niedriger AFC (< 10 bei Frauen bis 34 Jahre bzw. < 8 bei Frauen zwischen 35 und 40 Jahren) sind ein eindeutiger Hinweis auf eine verminderte ovarielle Reserve.

 

Eileiterdurchgängigkeit:

 

HyCoSy – Tubendurchgängigkeitsprüfung ohne Strahlenbelastung mit 3D-Ultraschall (Hysterosalpingo-Contrast-Sonography = HyCoSy):

Dabei wird ähnlich der Hysterosalpingographie (HSG, Eileiterdurchgängigkeitsprüfung mittels Röntgen) eine Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit durchgeführt.

Diese Untersuchung ist nach einiger Zeit unerfülltem Kinderwunsch nicht nur diagnostisch sinnvoll (zum Ausschluss einer Verklebung der Eileiter), sondern erhöht danach für ca. 3 Monate die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft.

Häufige Fragen:

Was versteht man unter der Eileiterdurchgängigkeitsprüfung und wie wird die Eileiterdurchgängigkeit geprüft?

Dabei wird ähnlich der Hysterosalpingographie (HSG, Eileiterdurchgängigkeitsprüfung mittels Röntgen) eine Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit durchgeführt. Über einen dünnen Katheter wird eine glucosehältige, nicht radioaktive Flüssigkeit vorsichtig und langsam (gemeinsam mit der Patientin unter Sichtkontrolle mittels Ultraschall) in die Gebärmutterhöhle appliziert. Von dort kann man den weiteren Verlauf in die Eileiter bis hin zu den Eierstöcken beobachten. Bei dieser Untersuchung kommt es zu keiner Strahlenbelastung durch Röntgenstrahlen.

Warum ist eine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung sinnvoll und ab wann kann man mit einer Schwangerschaft rechnen?

Einerseits diagnostisch, also zur Beurteilung, ob einer oder beide Eileiter auch wirklich durchgängig sind. Andererseits weiß man aus Studien, dass in den ersten 3 Monaten danach die Schwangerschaftsrate signifikant ansteigt!

Wer macht diese Untersuchung?

Die HyCoSy wird bei uns in der Ordination durchgeführt.

Wann Eileiterdurchgängigkeit prüfen?

Im Rahmen der Kinderwunschabklärung, wenn, abhängig vom Alter und von der Intensivität des Kinderwunsches, nach ca. 12 Monaten ungeschützten Geschlechtsverkehr keine Schwangerschaft eintritt.

Ist die mit Eileiterdurchgängigkeitsprüfung mit Schmerzen verbunden?

Die Bandbreite der Reaktion auf die Untersuchung ist breit, zumeist wird sie aber sehr gut vertragen. Ein großer Vorteil besteht darin, dass die Patientin die Untersuchung aktiv auch am Monitor erlebt und jederzeit abbrechen kann, falls sie das wünscht. Die maximal applizierte Flüssigkeitsmenge ist auch nur 5ml.

Welche Risiken und Nebenwirkungen gibt es?

Sehr selten sind Unterbauchschmerzen und Übelkeit. Bei Galaktose-Überempfindlichkeit (Allergie gegen Galaktose) kann es zu einer ausgeprägten allergischen Reaktion kommen.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Die Kosten finden sie hier

 

HyCoSy: Die roten Pfeile zeigen den Eileiter, der helle Fleck rechts ist Kontrastmittel in der Gebärmutter
HyCoSy in 3D: Die weißen Pfeile zeigen den Eileiter

 

Wichtig! In jedem Fall sollte kurz vor Hycosy oder HSG unbedingt eine kompetente Infektionsdiagnostik durchgeführt werden, da bei diesen Untersuchungen Bakterien in die Eileiter bzw. in den Bauchraum transportiert werden können!

Es gibt traditionell auch noch die Möglichkeit einer Hysterosalpingographie – HSG

Zur Röntgendarstellung der Gebärmutter und der Eileiter wird die Gebärmutterhöhle mit einem Kontrastmittel gefüllt. Von dort läuft das Kontrastmittel in die Eileiter und tritt dann an den Enden der Eileiter in die freie Bauchhöhle aus. Das Einströmen und die Verteilung des Kontrastmittels wird unter Röntgenkontrolle beobachtet. Diese Untersuchung wird in spezialisierten Röntgeninstituten durchgeführt. Bei dieser Untersuchung kommt es zu einer Strahlenbelastung durch Röntgenstrahlen. Die Strahlenbelastung für die Eierstöcke bei einer HSG entspricht der von ca. 21 Lungenröntgen!

Der zweite wichtige Teil der Untersuchungen bei Kinderwunsch ist die Infektionsdiagnostik.

Reinheitsgrad I (normale Scheidenbesiedelung)

Die frühzeitige Erkennung und erfolgreiche Behandlung von Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Viren hat für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch große Vorteile:

  • die Kinderwunschbehandlung ist häufiger erfolgreich
  • die Schwangerschaft verläuft mit weniger Komplikationen und
  • das Neugeborene erkrankt seltener nach der Geburt.

Daher ist gerade in der Zeit vor dem Eintreten der Wunschschwangerschaft eine kompetente, spezialisierte und rasche Infektionsdiagnostik und −therapie ein wichtiger Teil Ihrer Kinderwunschtherapie. Besonders bewährt hat sich dabei eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Infektionsspezialisten und dem Team des Kinderwunschzentrums.

Unsere besondere Aufmerksamkeit gilt folgenden Krankheiten und deren Erreger:

  • Ureaplasma urealyticum
  • Bakterielle Vaginose
  • Chlamydien
  • Pilze (v.a. Candida−Arten)
  • Gonokokken (Gonorrhoe)
  • Treponema pallidum
  • Gruppe B Streptokokken (Neugeborenenfieber)
  • Hepatitis (infektiöse Gelbsucht), HIV

Unsere Maßnahmen bieten diese Vorteile:

Für Ihre Kinderwunschbehandlung:

  • Verbesserung der Spermienqualität
  • geringeres Risiko für eine Eileiterentzündung
  • höhere Schwangerschaftsrate

Für Ihre Schwangerschaft:

  • weniger Aborte
  • geringeres Risiko für vorzeitige Wehen und vorzeitiger Blasensprung, daher
  • weniger Frühgeburten

Für Ihr neugeborenes Kind:

  • geringeres Risiko für eine folgenschwere Entzündung der Augen
  • seltenere Erkrankung am sog. „Neugeborenenfieber“
  • weniger infektionsbedingte Folgekrankheiten (Lähmung, Taub- oder Blindheit)

Besonders wichtig ist eine fachgerechte Beurteilung der Laborbefunde auch deshalb, weil die Behandlung von harmlosen Bakterien zu einer Zerstörung des Gleichgewichtes in Ihrem Kölrper führen kann und Sie z.B. unnötig und langwierig mit Antibiotika behandelt werden.

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